Lautsprecher Attacke in der Bundesliga
admin am 17. August 2011
Für Musikfreunde ist die Beschallung durch gute Lautsprecher ein echter Hochgenuss. Mit geschlossenen Augen im Schaukelstuhl zu sitzen und dem Klang des Lieblingsstücks zu lauschen – ein Fest für jeden Musikfreund. Gute Lautsprecher garantieren einen einwandfreien Klang und bestes Entertainment. In der Fußball-Bundesliga wurden Lautsprecher nun jedoch zum falschen Zweck eingesetzt.
Auch wenn man vom Schaukelstuhl aus nicht der Musik lauscht, sondern einen Film sieht, können Lautsprecher diesen zu einem ganz besonderen Erlebnis machen. Man meint im Brennpunkt des Geschehens zu sein, zwischen den Protagonisten. Dass zu laut aufgedrehte Boxen gelegentlich zu Ärger mit den Nachbarn führen, ist ebenfalls bekannt, doch was sich nun im Stadion des Bundesligisten TSG Hoffenheim ereignet hat, ist wohl die kurioseste Nutzung von Lautsprechern in diesem Jahr. Allerdings mit einem ernsten Nachspiel für die Verantwortlichen.
Lautsprecher gegen Gesänge
Dass Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp bei vielen Fans anderer Vereine nicht gerade beliebt ist, war allgemein bekannt. Durch die Stadien der Bundesliga schallten daher auch immer wieder gegen den Softwareunternehmer gerichtete Schmähgesänge. Dass diese nicht gerade von Klasse zeugen, versteht sich von selbst, auch wenn sie im Profisport an der Tagesordnung sind. Die Reaktion aus Hoffenheim ist allerdings mehr als kurios, auch wenn sie nun möglicherweise ein juristisches Nachspiel für die Verantwortlichen haben wird. Im Spiel gegen den deutschen Meister Borussia Dortmund, dessen Fans besonders lautstark gegen Hopp protestieren, wurde ein Lautsprecher zweckentfremdet und dazu verwendet, die Gesänge der Dortmunder zu übertönen. Unterhalb des Gästeblocks wurde ein tischgroßes Gerät aufgestellt, das jedes Mal, wenn die Dortmunder Sprechchöre oder Gesänge gegen Hopp anstimmten, aktiviert wurden. Schrille Hochfrequenztöne sorgten dann dafür, dass im Gästeblock schnell wieder Ruhe herrschte. Ein Mitarbeiter der TSG Hoffenheim hat sich nun dazu bekannt, die Lautsprecher installiert zu haben, eigenmächtig, wie er sagt. Ob das wirklich der Fall ist, scheint zweifelhaft, denn der starke Lautsprecher benötigte Strom und war so groß, dass er nicht einfach ins Stadion gebracht werden konnte. Es liegt daher nahe, dass der Verein zumindest wegschaute, wenn nicht sogar indirekt an der Aktion beteiligt war.
Platzsperre und Geldstrafe?
Die Folgen sind noch nicht absehbar. Mehrere Anhänger aus Dortmund haben bei der Polizei in Heidelberg Anzeige wegen Körperverletzung erstattet. Inwieweit dieser Tatbestand wirklich erfüllt wurde, muss sich zeigen. Der verantwortliche Mitarbeiter wird arbeitsrechtlich und disziplinarisch belangt. Ob der Einsatz des Lautsprechers Konsequenzen für den Verein haben wird, ist noch nicht bekannt. Eine mögliche Platzsperre scheint nicht ausgeschlossen, zumindest eine Geldstrafe dürfte aber sicher sein. Denn neben der Schädigung der Dortmunder Fans verstößt eine Beschallung während des Spiels gegen die Spielordnung der Bundesliga. Der falsche Einsatz von Lautsprechern kann also auch sehr unangenehme Konsequenzen haben!
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